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Kognitives Duplizieren

Die Essenz duplizieren.

Das Prinzip

Kognitives Duplizieren ist eine effiziente Methode, um Dir schnell spezifisches Wissen sowie bestimmte Fähigkeiten oder Eigenschaften anzueignen. Das Prinzip basiert auf der Duplikation der Erkenntnisse, des Wissens oder den Fähigkeiten und Eigenschaften einer bestimmten Person (Quelle), nämlich der Person, die über einen möglichst hohen Erkenntnis- und Wissensstand bzw. ausgeprägten Fähigkeiten bei einem spezifischen Thema verfügt.
Kurz gesagt: es geht darum wie Du Wissen, Fähigkeiten und Eigenschafen von den Besten eines jeweiligen Feldes übernehmen kannst.

Der Prozess

Jahrzehnte lang haben Menschen vergebens versucht, eine Route auf den Gipfel des Mount Everest zu finden. Jahr für Jahr verloren dabei zahlreiche Bergsteiger sogar ihr Leben.
Der Grund: ihnen fehlte das Wissen über eine bezwingbare Route zum Gipfel. Sie waren noch nicht zu der Erkenntnis gelangt, wie man den Gipfel besteigen kann.
Als Sir Edmund Hillary 1953 den Gipfel erfolgreich bestieg, wurde dieses fehlende Wissen (die Erkenntnis) endlich erlangt. Dies ermöglichte es nicht nur, von da an den Gipfel zu besteigen, sondern es ersparte allen nachfolgenden Bergsteigern den langwierigen, und in diesem Falle auch gefährlichen Lernprozess. 
Die Erkenntnisse, die andere in Jahrzehnten gelernt und erarbeitet hatten, konnten Bergsteiger ab sofort mit nur einem einfachen Blick auf eine Karte duplizieren.
Diese Strategie der Duplikation von Erkenntnissen, die andere womöglich in langwieriger und mühseliger Arbeit erarbeitet haben, ist die Philosophie des Kognitiven Duplizierens. Der Nutzen liegt darin, dass Du Dir Erkenntnisse bzw. Wissen innerhalb kürzester Zeit aneignen kannst und Dir die Erarbeitung ersparst. Dasselbe gilt für Eigenschaften oder spezifische Verhaltensweisen, die Du Dir gerne aneignen würdest, da sie sich bei anderen in bestimmten Situationen als nützlich erwiesen haben, zum erfolg geführt haben oder aus sonst einen Grund erstrebenswert sind.

Die Praxis

Wenn Du nicht weißt, wie etwas gemacht wird, dann kannst Du es auch nicht (richtig) machen. Dir fehlt das Wissen dazu! Du bist noch nicht zu der Erkenntnis gelangt, wie etwas funktioniert. Erlangst Du dieses Wissen, erlangst Du auch die Fähigkeit, etwas richtig zu machen. Das bedeutet, Erkenntnis, Wissen und Fähigkeiten sind miteinander verknüpft: erlangst Du das eine, erlangst Du automatisch auch das andere.
Wissen -> Erkenntniss -> Fähigkeit
In der Praxis verfährst Du immer nach demselben Prinzip: 
Geht es um Wissen, suchst Du die Person bzw. eine Quelle, die über einen hohen Wissensstand zu dem Thema verfügt, das Du lernen möchtest. Dann duplizierst Du das gesammelte Wissen, indem Du es beobachtest, es abfragst (z.B. durch ein Interview) und es dann lernst! Du übernimmst das komprimierte Wissen, das Essentielle. So wie die Bergsteiger beim Blick in die Karte nur das Essentielle lernen, die Strecke, die Sir Edmund Hillary zum Gipfel nahm. Sie müssen nicht alles  mögliche über andere Strecken oder Versuche lernen.
Es geht um die Essenz.
Geht es um Fähigkeiten oder Eigenschaften, suchst Du die Person, bei der die gewünschten Fähigkeiten bzw. Eigenschaften stark ausgeprägt sind. Alternativ kannst Du auch die Quelle suchen, die Dir am meisten Wissen zum Erlangen der gewünschten Fähigkeit und Eigenschaften zur Verfügung stellt. In beiden Fällen duplizierst Du das Wissen durch Beobachtung und / oder Befragung und wendest es dann an. Das bedeutet, wenn Du zu der Erkenntnis gelangst, das eine bestimmte Art sich zu verhalten scheinbar immer zu einem gewünschten Resultat führt, dann adaptierst Du die Essenz dieser Handlung – was wird gemacht, und wie wird es gemacht? – und wendest es auf Deine Art und Weise an, ohne die Handlung an sich zu verfälschen.

Beispiel  |  Schritt 1:

 
Petra hat gerade ihre neue Stelle in einer Werbeagentur angetreten, und zu ihrem Aufgabengebiet gehören Präsentationen vor Publikum. Jetzt ist Petra besorgt, da sie noch nie vor einem Publikum präsentiert hat. Der gesamte Ablauf und die Situation sind ihr fremd, weshalb sie bei der Planung ihrer ersten Präsentation verunsichert ist.
Um das Wissen und die Fähigkeiten, die ihr fehlen, zu duplizieren, wendet sie sich an Beate. Beate ist seit Jahren in der Agentur tätig und hat bereits etliche Präsentationen veranstaltet.
Um jetzt möglichst schnell die notwendigen Fähigkeiten zu lernen, wendet Petra bei Beate Kognitives Duplizieren in zwei Schritten an: Befragung und Beobachtung.
Im ersten Schritt stellt sie Beate eine Reihe von Fragen:

 

• Wie bereitet sie sich vor?
• Wie bereitet sie sich mental vor?
• Wie ist sie gekleidet?
• Wie begrüßt sie die Anwesenden?
• Welche Atmosphäre kreiert sie?
• Wie leitet sie ihre Präsentation ein?
• Wie baut sie ihre Präsentation auf?
• Wie leitet sie das Gespräch?
• Wie geht sie mit Fragen um?
• Wie präsentiert sie sich?
• Welche Tonart verwendet sie?
• Welche Lautstärke verwendet sie?
• Wie bewegt sie sich?
• Wie setzt sie Gesten ein?
• Wie geht sie mit Versprechern um?
• Wie atmet sie?
• Wie interargiert sie?
• Worauf achtet sie?
• Wie beendet sie die Präsentation?

Beispiel  |  Schritt 2:

Im zweiten Schritt begleitet sie Beate bei einer Präsentation und beobachtet, wie sie bei den einzelnen Punkten vorgeht. Dies sind nur einige Fragen bzw. Beobachtungen, durch die Petra das Wissen und die Fähigkeiten von Beate duplizieren kann. Je nach Situation und persönlichem Wissensstand gilt es, durch fragen und beobachten die individuellen Lücken zu füllen.
Beim duplizieren, d.h. umsetzen, des Gelernten solltest Du darauf achten, immer authentisch zu bleiben! Bringe Deinen Stil, Deine Persönlichkeit und Deine Worte ein und vermeide es, einfach nur zu wiederholen, kopieren oder auswendig zu lernen!
Durch das Kognitive Duplizeren lernst Du, was Du machen willst. Allerdings musst Du die „Wie“ Komponente hinzufügen. Wie Du es machen wirst – auf Deine Art.
Dazu bestimmst Du zunächst Dein „was“ : was möchtest Du duplizieren (lernen)? Anschließend definierst Du daraus Dein „wie“: wie wirst Du es umsetzen?
Tipp: Verwende dazu die Kognitives Duplizieren Checkliste. Trage Deine Beobachtungen bzw. Antworten und Erkenntnisse (was) ein. Erstelle dann daraus Deine individuelle Interpretation, indem Du Deine persönliche Handlungsweise (wie), Aussage oder Ausdrucksform definierst.
Dabei solltest Du nicht nur Inhalte, Ausdrucksformen oder Eigenschaften erfassen und interpretieren. Auch körperliche Fähigkeiten, Verhaltensweisen oder spezifische Gesten solltest Du notieren und beschreiben, wie Du sie umsetzen wirst.
Wichtig ist nur, dass Du Deine Erkenntnisse auf Deine individuelle Art wiedergibst. Authentizität ist von besonderer Bedeutung. Wenn Du Dir komisch vorkommst, weil Du das Gefühl hast jemanden zu kopieren, dann solltest Du vielleicht nochmal das Selbst-Vertrauen Tutorial und den Selbst-Vertrauen Test absoliveren. So kannst Du sicherstellen, dass Dir nicht ein eventuell etwas zu schwach ausgeprägtes Selbst-Vertrauen im Weg steht.

Tutorial Information

Zeitaufwand

je nach Umfang der Inhalte
praktiziere das Kognitive Duplizieren so oft Du kannst, bis es ein Automatismus wird.
1

Wirkung

Du wirst in der Lage sein, schnell Eigenschaften, Fähigkeiten oder Wissen von Menschen auf Dich selbst zu übertragen – zu duplizieren. Dabei sparst Du Dir die Zeit und den Aufwand, den es womöglich bedarf, um die notwendigen Erkenntnisse selbst zu erlangen. Dies wird es Dir ermöglichen Deine Sammlung an Fähigkeiten permanent zu erweitern.

Tipp

Versuche Kognitives Duplizieren jederzeit anzuwenden, zumindest jedoch jede Woche eine Eigenschaft, Fähigkeit oder Wissen duplizieren! Verwende die Matrix, um Dir Notizen zu machen. 

Podcast Kognitives Duplizieren

So wendest Du das Kognitive Duplizieren an:

1. Definiere das Thema, über das Du alles wissen willst, bzw. die Fähigkeit oder Eigenschaft, die Du erlangen möchtest.
2. Recherchiere Studien, Veröffentlichungen, Vorträge, Artikel, Videos, Filme etc. zu dem Thema.
3. Befrage Quellpersonen bzw. Experten, Spezialisten, Entwickler und/oder Erfinder zu dem Thema.
4. Beobachte, wie sich Menschen verhalten, die diese Fähigkeiten / Eigenschaften besitzen bzw. wie sie diese Fähigkeiten / Eigenschaften umsetzen.
5. Übertrage das Gelernte und Beobachtete = Deine Erkenntnisse in Deine Kognitives Duplizieren Matrix und überlege Dir, wie Du es auf Deine individuelle Art umsetzen wirst.
6. Setze Dein neues Wissen bzw. Deine neuen Fähigkeiten oder Eigenschaften voller Selbst-Vertrauen in der Praxis um!